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Welpenentwicklung

Die Welpenentwicklung ist eine rasante Tour. Ein Hund kommt als hilflose Fresswalze auf die Welt und wenige Wochen später hat er sich zu voller Blüte entfaltet. Bei der Geburt eines Welpen sind die Sinne noch nicht entwickelt und das Gehirn ist kaum aktiv. Schon wenige Wochen später erkundet er seine Umwelt und findet seinen Platz in der Welt. Ein abwechslungsreiches Umfeld fördert die Entwicklung des jungen Welpen zu einem souveränen Hund.

Im Inneren des Hundes

Die Schwangerschaft einer Hündin dauert 63 Tage bis zur Geburt der Welpen. Bei großen Rassen gibt es pro Wurf mehr Welpen als bei kleinen, die „Gesamtwurfmasse“ bleibt mit etwa 11% des Erwachsenengewichts aber erstaunlich konstant. Dementsprechend kommen die Welpen größerer Rassen mit nur etwa 1% ihres späteren Gewichts zur Welt, Welpen kleiner Rassen bringen bei der Geburt dagegen schon 4% auf die Waage.

Fressen, schlafen, wachsen…

In seinen ersten Lebenswochen entwickelt sich der neugeborene Hund von der „Fresswalze“ zum jungen Hund. Bei der Geburt sind nur Tastsinn und Wärmeempfinden vorhanden. Die restlichen Sinne entwickeln sich erst während der ersten zwei Lebenswochen, der neonatalen Phase. Die Welpen verbringen diese Zeit im Wesentlichen mit Fressen, Schlafen und Wachsen.

Die Sinne erwachen

In der anschließenden Übergangsphase, die etwas eine Woche dauert, entwickeln sich die Sinne rasch. An erster Stelle der Geruchssinn. Er ist der Hauptsinn der Hunde. Die Augen und äußeren Gehörgänge öffnen sich und kurz danach kann der Welpe erste Sinneseindrücke von seiner Umwelt wahrnehmen. In der Regel sind das die Wurfgeschwister. Jetzt verlassen die Welpen auch zum ersten Mal die Wurfhöhle.

Wer bin ich? Wo bin ich?

Dieser Zeitraum, vom ersten Verlassen der Höhle bis zum Ende der 7.Lebenswoche umfasst die Prägungsphase. In dieser Zeit lernt der Welpe, was ein Hund ist, dass er auch ein Hund ist, und in welchen verschiedenen Erscheinungsformen „Hunde&qout; sonst noch auftreten. In dieser Phase wird der junge Hund auf seine zukünftigen Sozialpartner geprägt. Hat er viel sozialen Kontakt zu vielen verschiedenen Menschen, wird er sich wahrscheinlich zu einem sehr umgänglichen Hund entwickeln. Lebt er jetzt ausschließlich unter Schafen, wird er ein vorzüglicher Herdenschutzhund. Denn Jetzt findet die Prägung auf die zukünftigen Sozialpartner statt.

Tiere (und auch Menschen) mit denen der Hund jetzt Kontakt hat, werden später als Bindungspartner gesucht. In diesem Entwicklungsstadium ist es wichtig, dass der Hund in einer ansprechenden, im Wortsinn reizvollen Umwelt lebt, denn alles, was er an Sinneseindrücken jetzt nicht kennen lernt wird ihn später womöglich ängstigen und zu einem sozial schwer verträglichen Hund werden lassen.

Das Gehirn muss sich entfalten

Auch das Gehirn muss sich erst entwickeln. In der neonatalen Phase unterscheiden sich die im EEG dargestellten Gehirnströme im Schlaf nicht vom Wachzustand. Die Gehirnzellen eines neugeborenen Welpen sind kaum vernetzt und nicht myelinisiert. Die Myelinschicht ist quasi die Isolierung der elektrischen Leitungsbahnen der Nervenzellen und ermöglicht eine (sehr) schnelle Reizleitung. Ohne Myelinschicht reagiert der Welpe auf Reize daher mit starker Verzögerung – ähnlich wie ein Seestern. Die Nervenzellen müssen außerdem miteinander verbunden werden, damit ein leistungsfähiges Gehirn entsteht. Diese Verbindungsstellen sind die Synapsen, die sich während geistiger Aktivität oder eben des Lernens entwickeln. Je stärker die Neuronen miteinander vernetzt sind, desto leistungsfähiger ist das Gehirn. Damit der Welpe kein „dummer Hund“ wird, braucht sein Gehirn also viel Input.

soziale Kontakte sind wichtig

An die Prägungsphase schließt sich die Sozialisierungsphase an, die bis zum Ende des dritten Lebensmonats dauert. Während dieser Periode findet die Einordnung der Welpen in die soziale Struktur des Rudels, bzw der Familie statt. Im Wildhundrudel würde nun der Vater die Erziehung der Welpen übernehmen. Die Welpen lernen, die sozialen Verhaltensregeln des Rudels anzuwenden. Für einen Familienhund ist es wichtig, dass auch er im Welpenalter eine konsequente Erziehung erfährt.

Der Hund braucht während der Sozialisierungsphase auch ausgiebig soziale Kontakte zu Artgenossen wie zu Menschen, damit er später zu einem umgänglichen Gefährten für Mensch und Hund heranwächst.

ein starkes Team

In der darauf folgenden Rudelordnungsphase lernt der Hund seinen Platz in der Rangordnung und seine Aufgaben in der Teamarbeit des Rudels zu finden. Hunde kennen keine Demokratie und leben auf jeden Fall ineinem hierarchischen Verband. Wenn der Mensch es versäumt, die Führungsrolle zu übernehmen, wird das zwangsläufig der Hund tun, und damit ist er hoffnungslos überfordert. Es ist die wichtigste Aufgabe des Menschen in der Welpenerziehung, eine Autorität zu entwickeln, die der Hund mit Begeisterung und bedingungslos anerkennt. Erst dann entwickeln sich beide zu einem guten Team.

Das ist leichter gesagt als getan. Bei Schwierigkeiten mit der Welpeneriehung verspricht Claudia Hußmann, dass das total andere Welpenbuch helfen wird. Die Autorin Claudia Hußmann betreibt eine Hundeschule, kennt die Probleme und verspricht Abhilfe.

(Eine ausführliche Beschreibung der Welpenentwicklung findet sich in vielen Hundebüchern. Ganz besonders schön hat es Eberhard Trumler Mit dem Hund auf du: Zum Verständnis seines Wesens und Verhaltens beschrieben. In Die Sinne des Hundes: Wie die Hunde ihre Umwelt wahrnehmen ist die Entwicklung der Sinne des Welpen beschrieben.