Ernährung und Hundefutter

Hundefutter gestern und heute

Hundefutter kommt heute meist aus industrieller Produktion in den Napf. Die Qualität hängt nicht nur von den Zutaten, sondern auch dem Herstellungsprozess ab. Heute ist es für uns selbstverständlich, dass reichlich Schlachtabfälle für die Zubereitung von Hundefutter zur Verfügung stehen. Aber was fraßen Hunde früher? Bis vor wenigen Jahrzehnten saßen sie quasi mit bei uns am Tisch. Heute wollen uns die Hersteller von Fertigfutter glauben machen, dass es unmöglich ist, einen Hund ohne ihre Produkte ausgewogen zu ernähren. Aber stimmt das wirklich? Hunde haben im Prinzip die gleichen Ansprüche an die Qualität ihrer Nahrung. Uns wird vom Verzehr von Hundefutter – wohl zu recht – abgeraten. Und unsere „besten Freunde“ sollen das aber ihr Leben lang essen?

Nein. Sollen sie nicht!!!

Müssen sie auch nicht, denn es gibt auch Hundefutter in Top Qualität:
Das Hundefutter Anifit aus Schweden wäre da zu nennen. Es besteht zu 80-90% aus Fleisch und Innereien. Selbstverständlich ist es ist offen deklariert. Man erfährt bis aufs letzte Gramm, was sich in den Dosen befindet. Und Anifit wird in Lebensmittelqualität produziert. Besser  kann man es kaum machen. Das hat allerdings seinen Preis. Das Kilo kostet je nach Packungsgröße zwischen 4,70€ und 11,25€.

Es geht aber auch günstiger. Zu einem Kilopreis von knapp 2€ sind 
Rocco oder Animonda GranCarno zu haben. Ebenfalls mit offener Deklaration und mit hohem Anteil an tierischen Bestandteilen.

Wenn es also schon Hundefutter sein muss, dann am besten eines dieser Produkte.

Und was kam früher in den Napf?

 

Hundefutter im Wandel der Zeit

Im Mittelalter fraßen Hunde fast ausschließlich ein eigens für sie gebackenes Hundebrot. Das enthielt natürlich viel Getreide und ein bisschen Innereien. Nur an Jagdtagen durften sie sich die Reste der Beutetiere einverleiben. Erstaunlich, dass Hunde über Jahrhunderte überwiegend vegetarisch ernährt wurden. Die aktuelle Forschung hat aber tatsächlich ergeben, dass der Unterschied zwischen Wolf und Hund zum Teil darauf beruht, dass Hunde Stärke besser verdauen können. Eine Anpassung an den Speiseplan des Menschen.

Hundebrot – das klingt zunächst gewöhnungsbedürftig. Aber ein Überfluss an tierischen Nahrungsquellen für Hunde dürfte wohl erst mit der „industriellen“ Fleischproduktion aufgekommen sein. Und mit der Tatsache, dass unsere eigenen Schnäuzchen immer verwöhnter werden und damit immer mehr „Abfälle“ anfallen.

Schlachtabfälle

Vom Schlachttier nutzen wir  heute nur noch etwa 50% für den menschlichen Verzehr. Der Rest sind Schlachtabfälle. Das war nicht immer so. Noch vor wenigen Jahrzehnten landeten einiges dieser „Schlachtabfälle“ auch auf unseren Tellern: Euter zum Beispiel, oder Pansen. Heute verwendet man einen Teil der Schlachtabfälle zur Herstellung von Hundefutter.

Zu Hundefutter verarbeitet werden dürfen Fleisch und Schlachtabfälle der Kategorie 3. Kategorie 3 Schlachtabfälle sind die „Abfälle“ der Tiere, deren Fleisch wir essen. Das sind Knochen, Fette, Schwarten, Häute bis hin zu Haaren, Borsten, Federn. Allerdings auch genusstaugliche aber kommerziell uninteressante Körperteile. Euter zum Beispiel, oder Pansen.

Andere Schlachtabfälle dürfen nicht zu Tiernahrung verarbeitet werden, auch wenn man uns das gelegentlich suggerieren will. Weil sie leicht verderblich sind,  müssen Schlachtabfälle rasch entsorgt werden – und während des ungekühlten Transports kommen sie in einem eher unapettitliche Zustand beim verarbeitenden Betrieb an. Das ist das Problem. Grundsätzlich ist aber gegen Schlachtabfälle im Hundefutter nichts einzuwenden.

Wie wir ja wissen, ernähren sich Raubtiere nicht von Fleisch, sondern von Tieren. Deshalb sind auch Federn und Haare ein wichtiger Bestandteil von Hundefutter. Sie dienen als Ballaststoff. Selbstverständlich sollte der Anteil an minderwertigen Schlachtabfällen, wie Borsten und Klauen nicht zu hoch sein.

Industrielles Hundefutter

Seit etwa 50 Jahren werden Hunde hauptsächlich mit industriell hergestelltem Fertigfutter ernährt. Es ist meist eine Vollkonserve, die künstlich mit Vitaminen und Mineralstoffen versetzt wird. Es ist als Nassfutter oder Trockenfutter auf dem Markt.

 

Trockenfutter

Trockenfutter hat einen Wassergehalt von höchstens 14%. Es wird entweder kaltgepresst oder nach dem Extrusionsverfahren hergestellt.

Bei der Extrusion wird der Teig mit hohem Druck (20 – 30 bar) und hoher Temperatur (etwa 120°) durch eine Düse gepresst. Beim Austritt aus der Düse breitet sich die Teigmasse aus und kühlt rasch ab. Die Behandlung dauert nur wenige Sekunden. Man erhält ein gebackenes Futterkügelchen. Die Kohlenhydrate werden bei der Extrusion aufgeschlossen und leichter verdaulich. Keime werden abgetötet.

Nach der Extrusion werden zur Verbesserung der Akzeptanz und des Nährwertes Fette, Eiweißhydrolysate und Vitamine aufgesprüht. Man bezeichnet das als „Coating„. Extrudiertes Trockenfutter enthält aus verfahrenstechnischen Gründen mindestens 40% Kohlenhydrate.

Experten beurteilen die Wertigkeit von extrudiertem Trockenfutter unterschiedlich. Die einen beklagen den Verlust von Nährstoffen, die anderen loben das schonende Herstellungsverfahren. Fakt ist, dass bei den hohen Temperaturen von bis zu 120° nicht nur die Keime absterben, sondern auch die Proteinen denaturieren und Vitamine zerstört werden, die anschließend künstlich zugesetzt werden müssen.

Kaltgepresstes Trockenfutter wird aus einem Gemisch der getrockneten Zutaten durch Pressung ohne Wärmezufuhr hergestellt. Es erreicht bei der Herstellung trotzdem Temperaturen von bis zu 80°. Bei diesem Verfahren werden Vitamine und Nährstoffe geschont. Allerdings werden nicht alle Keime abgetötet und das Produkt ist nicht so lange haltbar wie extrudiertes Trockenfutter. Kritiker behaupten, kaltgepresstes Trockenfutter werde nur hergestellt, um die Energiekosten zu sparen. Und beklagen einen unzureichenden Stärkeaufschluss. Der Stärkeaufschluss ist wichtig, denn native Stärke ist für den Hund schlecht verdaulich.

Nassfutter

Zur Herstellung von Nassfutter werden die Dosen samt Inhalt durch Autoklavieren bei hoher Temperatur und hohem Druck sterilisiert. Ein Autoklav ist im Prinzip ein großer Dampfdrucktopf. Dieses Herstellungsverfahren entspricht im Prinzip dem ersten Schritt der Produktion von Tiermehl.

Der Wassergehalt liegt bei etwa 80%. Das ist ein bisschen mehr als der Wassergehalt von Säugetieren. Der Hersteller kippt hier das Gläschen Wasser, das hund mit der Mahlzeit zu sich nehmen soll, schon mal mit in die Dose. Kostet ja nichts.

Fleisch wird in der Regel mit tierischen Nebenprodukten zusammen deklariert. Dann kann der Käufer nicht mehr erkennen, wie viel Fleisch denn nun tatsächlich enthalten ist. Eine perfekte Irreführung des Käufers. Mit ein bisschen Glück erwischt man eine Dose mit hohem Fleischanteil und wenig minderwertigeren Abfällen. Man kann aber auch Pech haben. Dann ist es umgekehrt.

Inhaltsstoffe von Hundefutter

  • Trockenfutter enthält in der Regel sehr viel Getreide. Getreide ist in preisgünstiger Dosenware auch reichlich enthalten. Es steht in der Deklaration oft an zweiter Stellen, kann also fast die Hälfte des Inhalts ausmachen, denn die Zutaten müssen in absteigender Reihenfolge angegeben werden.
  • Tiermehl aus Kategorie 3 Abfällen darf an Heimtiere verfüttert werden. Zur Herstellung werden Schlachtabfälle, ein Gemisch aus Knochen und Weichteilen zerkleinert und anschließend bei 133° unter Druck für 20 Minuten sterilisiert. Dabei entsteht ein Fleischbrei. Der wird getrocknet und anschließend durch Pressen entfettet. Der Presskuchen wird gemahlen und ist einsatzbereit.

Die biologische Wertigkeit von Tiermehl ist unter anderem von den Ausgangsmaterialien abhängig. Geflügelmehl, wie es in den günstigeren Hundefutter häufig verwendet wird, wird aus Geflügelköpfen, Krallen, Federn hergestellt. Das Hühnchen wird vorher rausgenommen. Bessere Qualität verspricht Geflügelfleischmehl, das Fleisch enthalten muss. Das Hauptprotein in Krallen und Federn ist Keratin. Das ist nicht gut verdaulich und hat keine ausgewogene Aminosäurezusammensetzung.

  • Auch pflanzliche Proteine kommen dazu, zum Teil hydrolisiert, also in einzelne Aminosäuren zerlegt. Pflanzliche Proteine sind nicht so gut verdaulich wie tierische, stellen aber manchmal die Hauptproteinquelle dar.
  • Fett – manchmal auch gebrauchtes – kommt natürlich auch mit rein.
  • Und pflanzliche Nebenerzeugnisse. Das sind oft Erdnussschalen oder gebrauchtes Stroh aus Ställen,  einschließlich der Fäkalverunreinigungen.
  • Vitamine und Mineralstoffe müssen zugesetzt werden, sonst ist eine Mangelernährung vorprogrammiert. Industriefutter wird wegen der wenig schonenden Herstellung noch Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt. Ohne die treten nach einigen Generationen der alleinigen Fütterung von Vollkonserven Missbildungen auf, wie Experimente mit Katzen gezeigt haben.
  • Ein Cocktail von unzähligen, zum Teil als bedenklich geltenden Zusatzstoffen, die nicht deklariert werden dürfen, weil das „wegen ihrer Vielzahl nicht praktikabel ist“. Kann das heißen, die Liste passt nicht auf das Etikett???

 

Empfehlenswertes Hundefutter

Zum Glück gibt es aber noch zahlreiche kleinere Hersteller von Hundefutter, die bei der Auswahl der Zutaten sehr auf Qualität achten und statt Tiermehl – und sei es auch Fleischmehl – lieber getrocknetes oder Frischfleisch verwenden. Oder wirklich nur Fleisch ins Dosenfutter packen. Hier kann man eher zugreifen, wobei aber immer noch die Frage bleibt, warum man seinem Hund ein derart hoch verarbeitetes Produkt servieren soll, während man bei der eigenen Ernährung doch so sehr auf Frische achtet.

Ein neuer und sehr zu begrüßender Trend ist die Frischfütterung, auch BARF genannt. BARF steht für biologische, artgerechte Rohfütterung. Und schmeckt und bekommt dem Hund. Verschiedenen Sorten Barf Fleisch sind auch tiefgefroren im Handel erhältlich.

Und wer nicht barfen möchte sollte nicht vergessen: Zu großes Vertrauen in die Tierfutterindustrie ist ein allgemeines Problem unter uns Konsumenten. Dabei ist eine ordentliche Portion Misstrauen angebracht. Wenn auf den Goldschälchen Fantasiebezeichnungen stehen wie „feines Ragout mit Lachs und Lamm“, und uns schon das Wasser im Mund zusammenläuft, kann das im Klartext heißen: „Ein paar Fischschuppen und ein bisschen Wolle“.

 

Ernährung und Verdauung

Ernährung und Verdauung des Hundes sollte an seine Vergangenheit als Raubtier angepasst sein, auch wenn er heute als Allesfresser daherkommt. Hunde und Wölfe gehören zur Ordnung der Carnivoren – Fleischfresser. Diese Bezeichnung ist allerdings irreführend, denn Carnivore ernähren sich nicht von Fleisch, sondern von Tieren. Und ein Tier enthält weit mehr lebenswichtige Nahrungsbestandteile als nur reines Muskelfleisch.

Ernährung der Wölfe

Wölfe jagen im Rudel und ernähren sich hauptsächlich von pflanzenfressendem Großwild. Die Beute wird mit Haut und Haaren, einschließlich der Eingeweide, komplett aufgegessen. Magen- und Darminhalt der Beutetiere stellen eine wertvolle Quelle für vorverdaute pflanzliche Nahrung dar, keratinhaltige Teile wie Haare und Federn eine wertvolle Ballaststoffquelle.Einzeln lebende Wölfe können kein Großwild erlegen und ernähren sich von kleinen Beutetieren, wie Kaninchen, Mäusen, Ratten oder sogar Insekten. Auch Obst wird genommen, um das Überleben zu sichern. Der Mageninhalt eines von Jägern erlegten Wolfes bestand einmal ausschließlich aus Birnen. Besteht die Nahrung ausschließlich aus Muskelfleisch, drohen allerdings Mangelerscheinungen.

Ernährung der Hunde

Hunde erschlossen sich eine neue ökölogische Nische, indem sie sich darauf spezialisierten, von dem zu leben, was die Menschen übrig ließen. Heute nennt man das „tierische Nebenerzeugnisse“. Gemeint sind damit Teile des Schlachttieres, deren Verzehr wir aus ästhetischen Gründen ablehnen, oder für die unser Verdauungssystem nicht geeignet ist. Fakt ist, dass zur Herstellung von Hundefutter nur Schlachtabfälle der „Kategorie 3“ verwendet werden dürfen. Die stammen von den Tieren, deren Fleisch und Innereien wir auch verzehren und die gesundheitlich unbedenklich sind. Das Verdauungssystem von Wolf und Hund ist aber weitgehend identisch und typisch für einen Fleischfresser. Die meisten Hunde werden heute mit kommerziellem Trocken- oder Nassfutter für Hunde ernährt.

Nährstoffe und Energiebedarf

Der Energiebedarf der meisten Hunde ist mit dem Erhaltungsbedarf gedeckt. Das ist im Wesentlichen der Energiebedarf für die Erhaltung der Körperfunktionen, und für den alltäglichen Gassigang reicht es auch noch. In der Regel sind das ca. 120 kcal/kg0,75 am Tag. Die Stoffwechselmasse entspricht hier dem Körpergewicht, hoch 0,75.

Für einen Hund von 20kg Körpergewicht sind das 120 x 20,75 = 120 x 9,46 = 1135kcal am Tag.

Abweichungen in Abhängigkeit von Alter, Rasse und individuellen Eigenschaften sind dabei möglich. Generell gilt, dass Proteine und Kohlenhydrate ca. 4kcal/g, Fett ca. 9kcal/g an Energie enthalten.

Verdaulichkeit und Wertigkeit der Nahrung

Protein

Muskelfleisch liefert hochwertiges Eiweiß, ist aber sonst arm an weiteren Nährstoffen. Eine Ernährung ausschließlich mit Fleisch führt zu Mangelerscheinungen. Es fehlen Mineralstoffe und Vitamine, wie Calcium aus den Knochen, Natrium aus dem Blut, essentielle Fettsäuren aus dem Körperfett, fettlösliche Vitamine aus den Innereien, besonders Nieren und Leber und wasserlösliche Vitamine aus dem Magen- und Darminhalt des Beutetieres. Für eine ausgewogene Fütterung müssen alle Komponenten enthalten sein.

Die empfohlene Proteinzufuhr liegt für einen gesunden Hund zwischen 2 und 3g/kg Körpergewicht am Tag, wobei kleinere Hunde eine höhere Proteinzufuhr benötigen. Die Verdaulichkeit von Proteinen ist von der Struktur des Moleküls abhängig. Grundsätzlich sind tierische Eiweiße leichter verdaulich als pflanzliche. Ein schwer verdauliches tierisches Protein ist Keratin, dass in Federn, Haaren, Krallen und Horn vorkommt. Es besitzt eine schwer zu knackende dreidimensionale Struktur, und die Verdaulichkeit kann auch durch verschiedene Aufschlussverfahren kaum verbessert werden. Auch die Proteine aus Hülsenfrüchten sind eher schlecht verdaulich. Weizenkleber ist dagegen ein gut verdauliches pflanzliches Eiweiß.

Neben der Verdaulichkeit muss man auch die Wertigkeit eines Proteins berücksichtigen. Ein hochwertiges Eiweiß enthält viele essentielle Aminosäuren und ähnelt in seiner Zusammensetzung den körpereigenen Proteinen des Hundes. Auch hier gilt, dass tierisches Protein hochwertiger ist als pflanzliches.

Fett

Die tägliche Zufuhr von Fett kann bei einem gesunden Hund bis zu 10g/kg Körpergewicht betragen. Besonders gut verdaulich sind Schweine- und Geflügelfett sowie Pflanzenöle. Rinderfett kann aufgrund seines Fettsäureprofils mit einem hohen Anteil an mittelkettigen Fettsäuren zu Verauungsproblemen führen. Fett ist übrigens nicht so böse, wie man uns immer glauben machen will, für einen Carnivoren schon gar nicht.

Stärke

Die Verdaulichkeit der verschiedener Stärkemehle aus Getreide oder Knollen unterscheidet sich stark. Weizen- Reis- und Maisstärke werden gut verdaut. Die Verdaulichkeit hängt aber zum Teil mit der Verarbeitung zusammen. Roh oder gekocht ist sie gut, extrudierte Maisstärke dagegen sehr schlecht. Extrudierte Stärke entsteht indem man sie bei hohem Druck verarbeitet. Sie kommt oft in Trockenfutter vor. Auch rohe Bananen sind schwer verdaulich, ebenso wie Stärke aus Knollen wioe Kartoffeln oder Maniok. Grundsätzlich ist Stärke umso besser verdaulich, je feiner sie Körnung ist. Getreide muss sehr fein gemahlen werden, um vom Hund gut verdaut zu werden.

Ernährungstipps

  • Rohes Schweinefleisch kann das Aujeszky-Virus enthalten. Dieses Virus ist der Erreger der Pseudowut. Es gehört zur Familie der Herpesviren und verursacht bei nahezu allen Säugetieren eine tödliche Infektion. Nur Primaten (also wir) sind für das Virus nicht empfänglich. In Deutschland gilt Schweinefleisch seit 2003 als Aujeszky-frei. In Wildschweinen hat man allerdings kürzlich Antikörper gegen AK entdeckt.
  • Rohes Eiklar enthält gleich zwei problematische Proteine: Avidin, ein Protein das Biotin bindet und dadurch Vitamin H Mangel verursachen kann und einen Trypsinhemmstoff, der die Proteinverdauung stört.
  • Gesäuerte Milchprodukte sind eine sehr gute Quelle für Protein und Calzium. Frischmilch vertragen Hunde, wie die meisten erwachsenen Säugetiere, nicht in größeren Mengen.
  • Das Verdauungssystem des Hundes ist an vorverdaute pflanzliche Kost angepasst. Deswegen sollten Obst und Gemüse nur gegart verfüttert werden.
  • Manche unserer Lebensmittel sind für Hunde in größeren Mengen giftig.
    Zum Beispiel:

    Kakao
    Kakao enthält den mit Koffein verwandten Wirkstoff Theobromin. Er kann vom Hund nicht abgebaut werden und verursacht Herz- Kreislaufstörungen.
    Avocado
    Manche Avocadosorten enthalten Persin. Persin ist ein Giftstoff, der bei Haustieren in großen Mengen zu erhöhter Herzfrequenz und Herzmuskelschäden führen kann.
    Zwiebeln
    Die Inhaltsstoffe Allylpropyldisulfid und N-Propyldisulfid zerstören die roten Blutkörperchen. Als Folge kannes zu einer lebensbedrohlichen Blutarmut kommen. Auch Knoblauch steht im Verdacht, für Hunde gesundheitsschädlich zu sein. Mehr als 5g Zwiebel pro Kilogramm Körpergewicht verursachen Beschwerden.
    Weintrauben und Rosinen
    Ihre Kerne enthalten Blausäure.
  • Nach der Mahlzeit sollte der Hund für mindestens zwei Stunden ruhen. Bei übermäßiger Aktivität mit vollem Magen besteht, vor allem bei großen Hunden, die Gefahr einer Magendrehung. Die endet tödlich, wenn sie nicht sofort ärztlich behandelt wird.

Das Verdauungssystem

 

Kopfdarm

Prinzipiell ist das Verdauungssystem ein muskulöser Schlauch, der an der Innenseite mit Schleimdrüsen ausgestattet ist. Mund und Lippen werden manchmal als „Kopfdarm“ bezeichnet. Hunde besitzen 42 Zähne, von denen die meisten spitz und scharf sind. Geschaffen für das Reißen und Zerschneiden von Fleisch. Anders als bei Pflanzenfressern ist das Kiefergelenk unbeweglich, öffnet und schließt sich wie ein Scharnier und ist daher für das Zermahlen von Pflanzenteilen nicht geeignet.

Vorderdarm

Daran schließt sich der Vorderdarm an, der aus Speiseröhre und Magen besteht. Die Speiseröhre ist ein extrem dehnbarer Schlauch, der mit seinen Schleimdrüsen gut gleitfähig ist. Der Magen ist ein Hohlmuskel mit exkretorischen Drüsen in den Wandschichten. Nüchtern liegt der pH — Wert im Magen etwa bei 6, 0. Durch das Fressen wird der Magen zur Bildung von Magensäure, reiner Salzsäure, angeregt und er pH sinkt für bis zu 8 Stunden auf 2 — 3. Zuviel Eiweiß oder Mineralstoffe in der Nahrung verhindern den pH Abfall und hemmen dadurch die Aktivität des Eiweiß spaltenden Enzyms Pepsin und die Keimtötung. Die Nahrung verweilt 2-8h im Magen.

Die Proteinverdauung beginnt bereits im Magen. Dort ist Pepsin, ein Eiweß spaltendes Enzym aktiv. Es wird unter Einwirkung der Magensäure aus der Vorstufe Pepsinogen durch die Abspaltung einiger Aminosäuren aktiviert und spaltet Proteine in größere Bruchstücke, so genannte Peptone. Das Aktivitätsoptimum von Pepsin liegt zwischen pH 1,5 und 3,5, entsprechend dem pH im Magen während der Verdauung. Pepsin spaltet jedes gängige Eiweiß, auch Kollagen. Nur Bindegewebe, darunter Keratin, wird von Pespin nicht ausreichend abgebaut, weil es recht eigenwillige Strukturen aufweist.

Der Speisebrei verlässt dann den Magen und gelangt in den Zwölffingerdarm (Duodenum), den ersten Abschnitt des Mitteldarms.

Mitteldarm

Im Dünndarm herrscht ein leicht basisches Milieu, der pH liegt zwischen 7 und 9. Hier wirken die Pankreasenzyme Trypsin und Chymoptrypsin, die die Peptone zu Oligopeptiden abbauen. Die Oligopeptide bestehen nur noch aus wenigen Aminosäuren. Aminopeptidasen bauen die Bruchstücke dann bis zur Aminosäure ab. Im Gegensatz zu Proteinen werden Kohlenhydrate und Fette erst im Dünndarm verdaut.

Im Dickdarm werden dann überschüssiges Wasser und Ionen, die für den Wasserhaushalt wichtig sind, entzogen. Was übrig bleibt kommt hinten raus.

Fleischfresser besitzen einen kurzen Darm. Er ist nur etwa viermal so lang wie das Tier und die Nahrung passiert den Darm relativ schnell. So ist auch mit Krankheitserregern belastete Nahrung weniger gesundheitsschädlich. Ein Hund kann sich die aufgedunsenen Innereien, die er irgendwo aufgabelt, unbesorgt schmecken lassen.