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Hund und Mensch – unsere Symbiose

Hund und Mensch leben schon lange zusammen. Herauszufinden, wie lange, damit tun sich selbst Molekularbiologen schwer. Unser Zusammenleben war aber nicht immer so eng wie heute. Es hat eigentlich alle verschiedenen Formen von Symbiosen gegeben.

Halbwilde Dorfhunde – Kommensalismus

Die ersten Hunde, die die menschlichen Siedlungen umstrichen und wohl auch die heutigen halbwilden Dorfhunde in südlichen Ländern leben in einer kommensalen Beziehung zu den Menschen. Die Hunde nutzen die Ressourcen der menschlichen Siedlung und werden von den Menschen geduldet – ähnlich wie unsere Stadttauben oder Ratten. Man spricht von Kommensalismus, wenn eine Art einen Vorteil aus der Beziehung erzielt, während die andere nicht beeinflusst wird.

Nach der Steinzeit – Mutualismus

Hunde und Menschen jagen zusammen und kommen mit einer Beute nach Hause, die keiner von ihnen alleine hätte erlegen können. Auch Hunde, die Schafe oder den Hof hüten oder einen Schlitten ziehen oder sonst einen Job haben, ziehen aus der Symbiose den Nutzen versorgt zu werden und als Gegenleistung verrichten sie ihre Arbeit. Im Prinzip ein ganz normales Angestelltenverhältnis. Gebrauchshunde und Menschen leben in einer mutualistischen Beziehung. Mutualismus ist eine Beziehung von gegenseitigem Nutzen. Das ist häufig gemeint, wenn von Symbiose die Rede ist.

Unsere Familienhunde – Parasitismus

Parasitismus beschreibt ein Verhältnis, bei dem ein Partner auf Kosten des anderen profitiert. Ein Bandwurm zum Beispiel. Im Grunde sind unsere heutigen Gesellschaftshunde, deren einzige Aufgabe darin besteht, anwesend zu sein und das Sofa zu zieren, solche „Parasiten“. Da sitzt mit aller Selbstverständlichkeit der Welt ein Raubtier in unserem Wohnzimmer und lässt es sich auf unsere Kosten gut gehen. Auch wenn wir unseren Parasiten noch so sehr lieben (vor die Wahl gestellt ob Bandwurm oder Hundepartner würde ich mich niemals für den Wurm entscheiden!!!) – wir zahlen. Allerdings sei noch bemerkt, dass wir durchaus Vorteile aus der Beziehung schöpfen, gesundheitliche wie emotionale. Das sollte man auf keinen Fall vernachlässigen.

Seltsame Blüten der Hundeliebe – Ammensalismus

Eine weitere Form der Symbiose ist der Ammensalismus, und auch diese Form der Beziehung gibt es zwischen uns. Amensalismus bedeutet, dass eine Art der anderen unbeabsichigtn schadet, vielleicht sogar ohne es zu merken. Dem Käfer, der auf der Windschutzscheibe klebt, ist das passiert. Und Hunde? Kommt vor.
Ein Hütehund, der sich auf dem Sofa einer Stadtwohnung zu Tode langweilt, zum Beispiel. Auch in den Rassestandards der modernen Hundezucht gibt es strenge Richtlinien für das äußere Erscheinungsbild einer Rasse. Es werden bevorzugt „Champions“ zur Zucht eingesetzt und es kommt rasch zu Inzucht und einer Anhäufung von ungünstigen genetischen Eigenschaften. Das Risiko von Erbkrankheiten erhöht sich dadurch stark. Manche Rassen sind äußerlich so verkrüppelt, dass ein qualfreies Leben nicht möglich ist. Brachycephale (kurzschnäuzige) Rassen, in deren Kiefern nicht genug Platz für Zähne ist oder die Probleme mit der Wärmeregulation haben und deswegen zu Ohnmachten neigen, gehören dazu.